Staatliche Museen Berlin

Der vergebliche Schutz der Staatlichen Museen Berlin

Besonders schwer traf die Bombardierung Deutschlands die großen Städte, Dresden, Hamburg, Köln. In diesen Städten sammelten sich auch die Schätze der damaligen Kunstwelt. Berlin, als Hauptstadt Deutschlands, erfuhr ebenfalls die volle Wucht der Zerstörung.

Ein Beispiel für das große Ausmaß der Zerstörung sind die Staatlichen Museen von Berlin. Über 1200 Bilder wurden zur Sicherheit bereits 1940/1941 zum Auslagerungsort ins Salzbergwerk Kaiseroder-Merkers an der Werra in Thüringen gebracht. Erstaunlicherweise überstanden nahezu alle Bilder die unsichere und gefährliche Reise ohne Schäden. 434 großformatige Bilder der Staatlichen Museen von Berlin mussten jedoch zurück bleiben, da die Stollen des Salzbergwerkes sie nicht zu fassen vermochten.

Evakuierung der Gemälde

Auf der Suche nach einem sicheren Ort für diese Gemälde kam man auf die sich damals noch im Bau befindlichen Flaktürme (Gefechtstürme). Obwohl bereits zum damaligen Zeitpunkt deutlich wurde, dass die Flaktürme ein besonderes Ziel von Kampfhandlungen sein könnten, fand sich keine bessere Alternative. 1941 und 1942 wurden diese Bilder in die Türme gebracht. Die Politik war sich der heiklen Lage der dortigen Kunstwerke durchaus bewusst. Als die Zweifel an der Sicherheit der Schätze zunahmen, erließ Hitler am 8.März 1945 den Befehl, die Sammlung in einem Salzbergwerk außerhalb Berlins in Sicherheit zu bringen. Die Arbeiter schafften es im darauf folgenden Monat nur noch zehn Transporte aus den Flaktürmen in Sicherheit zu bringen. Trotz prekärer Sicherheitslage überstanden wiederum alle Bilder den Transport. Als der Krieg jedoch immer näher rückte, mussten die Transporte beendet werden. Zurück blieben noch viele weitere Bilder.

Nach der Besetzung der Flaktürme durch die sowjetische Armee erfuhren die Kunstwerke keinen besonderen Schutz. So kam es, dass unter ungeklärten Umständen ein Feuer ausbrach und die verbliebenen Kunstwerke zerstörte. Ein zweiter Brand im Flakturm Friedrichshain zerstörte zwei Wochen danach auch die dortigen Gemälde. Zu einer Untersuchung über die Ursachen des Brandes kam es im Gewirr der letzten Kriegstage nicht. 1946 sprengten die Sowjets die Flaktürme im Zuge des Viermächteabkommens über Befestigungsanlagen.

Diese Kunstwerke sind in ihren Originalen für immer Verloren. Durch Archivaufnahmen ist es jedoch auch heute noch möglich, sich mit den Werken zu beschäftigen. Der Künstler Franz Schuck lässt die Werke wieder auferstehen. Durch ihn leben sie weiter.